Loading

New York: Auf den Spuren der großen Träume

Meine Freundin und Kommilitonin Meike hat ihren letzten Sommer in einer der beeindrucksten Orte der Welt verbracht: New York City! Nach unserem Wiedersehen, einem längeren Plausch und ein wenig Brainstorming hatten wir Lust gekriegt aus ihren Erfahrungen eine kleine Reihe auf Oh Walley zu produzieren. Viel Spaß beim Lesen vom Ersten Teil der großen New York Erfahrung einer ganz normalen Berliner Studentin, die es in die weite Welt verschlagen hat.

Ein magischer Zauber liegt über den Straßen New Yorks. Denke ich heute an diese Stadt, sehe ich sie wie durch ein Schneeglas. Zweifellos ist die Stadt die gesamte Adventszeit von weißer Zuckerwatte zugedeckt. Chris Rea ist singend im Auto unterwegs, um es pünktlich zu Christmas zu seiner Familie zu schaffen. Mariah Carey singt ihren einzeiligen Wunschzettel in jedes Radio (Spoiler: It’s you). Hinter jeder Ecke wird man in Nächstenliebe gebadet, mit Weihnachtsglöckchen beklingelt und mit dem prächtigsten aller Christbäume beschenkt. Jedes Kind ist selig. Könnte es denn anders sein?

Es braucht nicht einmal das epidemische Weihnachtsfieber, um sich in diesen Fleck Erde zu verlieben und den absolut einmaligen Charme zu erkennen. Die ganze Stadt ist ein Spektakel. Die Architektur, die Bewohner, ihre großen Träume und sämtliche Geschichten, die sich hier ereignen. Das Außergewöhnliche ist hier vollkommen normal, die Möglichkeiten endlos, wer aus der Reihe fällt, gehört genau hierher. Ein Lebensgefühl, dem Frank Sinatra mit seinem Song “New York, New York” für immer einen Soundtrack verliehen hat. Nicht ohne Grund war und ist diese Stadt Inspiration für unzählige Künstler, Filmschaffende, Autoren und Musiker. Das Downtown-Grid, der Upper-East-Side-Glamour und diese atemberaubende Skyline, die alles andere als schlicht und doch so bescheiden in den Himmel ragt und für jedes Kompliment und Blitzlicht zu posieren scheint. Schaut her und verneigt euch, sagt sie. Und fühlt euch wie zu Hause, egal wie lang ihr bleibt.

Auch ich durfte mich in dieser Stadt eine Weile zu Hause fühlen. Ich muss mich vorstellen: Ich bin Meike, Studentin aus Berlin. Anfang Sommer, als an Weihnachtsmusik und Christbäume noch nicht zu denken war, raffte ich Sack und Pack, um die nächsten dreieinhalb Monate in New York zu leben. Es gibt Orte auf dieser Welt, für dessen Erkundung ein Urlaub nicht reichen kann. Die genauerer Inspizierung bedürfen und verstanden werden wollen. Ich wollte New York verstehen. Und sicherte mir eine Praktikumsstelle in einer Filmproduktionsfirma in Manhattan. Verdammt viel Glück hatte ich. Und mit der festen Zusage einen verdammt hohen Puls.

Die vielen Gründe, die mich New York City lieben ließen und wie ich diese Stadt verstand möchte ich in den nächsten Wochen mit euch teilen. Von Sommer bis Trump habe ich gearbeitet und die Stadt bestaunt und mich jeden Moment von Frank Sinatra verfolgt gefühlt. Vor allem in Brooklyn wahrscheinlich eher noch von Jay-Z mit Alicia Keys im Background. But first, I had to make it there:

Schon die Reise vom Flughafen zu meiner Wohnung war ein kleines Abenteuer. Mein Passkontrolleur am Flughafen packte seine Deutschbrocken aus und hieß mich herzlich willkommen in ‘murica. “Any Oobst? No Gemouse? Sehr gutt.” Wo ich denn hinreise? Brooklyn. Ob ich ein Taxi nähme? Auf keinen Fall! Der Preis von Newark nach Brooklyn ist absolut indiskutabel. Und die Reise mit der Bahn durch Manhattan ist doch schließlich part of the experience, fand ich. Aus Sorge erklärte er mir noch ganz genau, wie ich fahren sollte. Und wünschte mir einen wonderful rest of the day.

Gerry vermietet die oberen beiden Etagen des 100 Jahre alten Brownstone Hauses an junge internationale Studenten. Sie bewohnt die unteren Stockwerke. Bald ist das Haus seit 90 Jahren in Familienbesitz. Und das sieht man. Mein Zimmer war sehr liebevoll eingerichtet. Und stilvoll. Modern wahrscheinlich vor fast 90 Jahren. Aber gemütlich. Mit zwei Samtsesseln um einen Schachtisch und grünen Vasen auf dem Kaminsims dahinter. In diesem Gemach ließ ich mich gerne nieder um anzukommen. Da klopfte Gerry. Mit dem Satz “So tell me something about you!” begann sie einen halbstündigen Monolog. Gerry ist Meisterin der Martial Arts, lernte ich. Eine weibliche Pionierin des Kampfsports in New York wenn man so will. Ihr Steckenpferd ist das Messerwerfen. Sie kann aber auch gut mit Nunchucks, wie ihre Youtube Videos annehmen lassen.

Sie erklärte mir genau, wie ich mich im Notfall verteidigen kann. Ich bräuchte nur eine kleine Waffe, so etwas wie eine Drahtbürste, die würde mir auch kein Polizist der Welt wegnehmen, falls ich in eine Kontrolle kommen sollte. Gerry hat immer eine Drahtbürste in der Tasche. Sehr effektiv. Man könnte damit einfach über die Augen des Angreifers streifen und ihm dann heftig gegen das Knie treten. Den Fuß dabei quer halten, dann trifft man eher. Naja und dann natürlich rennen. Ein guter Tipp für alle Fälle, fand Gerry. Und ich sollte mich mit solchen Ratschlägen wahrscheinlich wesentlich sicherer in Brooklyn fühlen… Zuletzt schrieb mir Gerry ihre Handynummer auf. “No matter what, you can always call me. I can pick you up any time and bring you home. No explanations expected and we’ll never have to talk about it ever again. I’ll make sure you’re safe. I want the daughter of your mother to be safe in New York. Tell her that.”

Und da begriff ich erst, was ich mit Gerry für einen Glückstreffer gelandet hatte.

New York, hier bin ich. Schon am ersten Tag überwältigt und in größter Bewunderung. Mit einem Kribbeln im Bauch. Heute beginnt eine wahnsinnig aufregende Zeit. Ich verneige mich vor deiner Skyline und verspreche, mich zu Hause zu fühlen. Now bring it on!

Gastbeitrag: Meike Wüstenberg, Studentin
Fotos: Mary, Pexels, Pixabay
brick wall designed by Kues – Freepik.com

Nächste Woche gibt es Teil zwei der Reihe.

Comments (4)

  • Stefanie
    Dez 9, 2016

    Das liest sich ja sehr interessant. New York ist auf alle Fälle eine aufregende Stadt. Das war bestimmt eine tolle Zeit.

    Antworten
    • Oh Walley
      Dez 9, 2016

      Ja, New York schläft auf jeden Fall nie. Eine Stadt, die viel zu bieten hat, aber auch viel abverlangt.
      Am Sonntag gibt es bereits den nächsten Teil von Meikes Erfahrungen in New York. 🙂 Schau gerne vorbei.

      Antworten
  • Pierre
    Dez 9, 2016

    Das sind so wunderschöne Fotos. NYC steht ganz weit oben auf meiner „Da muss ich unbedingt einmal hin „Liste. Toller Post. 🙂

    Liebe Grüße Pierre von Milk&Sugar

    Antworten
    • Oh Walley
      Dez 9, 2016

      Danke 🙂
      Ja, das musst du unbedingt mal machen. Wir können es nur empfehlen.

      Liebe Grüße zurück
      Marija & Meike

      Antworten

Leave a Comment to Stefanie Cancel Reply

*